Drei Marien am Meer – Saintes-Maries-de-la-Mer

Die Geschichte mit Marien, welchen auch immer, die aus dem Heiligen Land flüchtend an einem europäischen Gestade anladeten, wo noch heute eine Kirche an diese Ankunft erinnert, gibt es entland des Mittelmeers wohl mehr als ein Dutzend mal. Dass sich das alles hinten und vorne nicht ausgeht, stört die Gläubigen dabei kaum. Von alters her mag diese Vervielfältigung ja noch angehen, wer kam da schon weit genug herum? Der heutige Tourist kennt allerdings auf jeden Fall ein paar davon:

Am südlichen Ende der Camargue, gleich neben der Mündung des Petit Rhône, steht rund um die aus dem 14. Jahrhundert stammende Wehrkirche das Dörfchen Saintes-Maries-de-la-Mer. Hier reklamiert man gleich drei Marien für sich, die im Jahre 45 u.Z. daselbst gelandet sein sollen.

Als Attraktion bedeutsam geworden ist aber die Verehrung der schwarzen Dienerin der drei Damen aus dem Morgenland, die Heilige Sarah, die als Sara-la-Kâli Schutzpatronin der Sinti wurde. Diesem Umstand ist es zu danken, dass der kleine Ort an der Südspitze der Camargue alljährlich bei einem Umzug anlässlich der “Zigeunerwallfahrt” zu einer Touristsenattraktion mutiert.

Man merkt es dem Ort an.

Hier ist rein gar nichts entspannt, wie schon in Aigues-Mortes sind die Geschäfte aggressiv aufs Abkassieren aus, billiger Ramsch und scheußliches Fast Food dominieren. Die Preise für Drinks sind geschmalzen. Dabei hat der Ort selbst so rein gar nichts zu bieten – und für irgendwelche Weiber aus dem Meer muss man sich erst mal interessieren…

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