Nimes – Antikes und ein Landschaftsgarten

Die römische Colonia Augusta Nemausus hat im modernen Nîmes prächtige Spuren hinterlassen. Neben der Arena, dem recht gut erhaltenen Amphitheater, und dem wohl einzigartigen Maison Carrée, dem Tempel, der den früh verstorbenen Adoptivsöhnen des Augustus Gaius und Lucius gewidmet war, hat mich vor allem das Heiligtum der Diana begeistert.

Die Maison Carrée ist ein typisch römischer Tempel der klassischen Periode, wie es sonst in Europa und auch im restlichen römischen Reich kaum ein ähnlich gut erhaltenes Bespiel gibt.

Der Tempel aus der klassischen Periode dominiert den weiten Platz und steht zum Glück bis heute völlig frei

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Gegenüber dem klassischen Tempel hat der britische Architekt Norman Foster für das Museum moderner Kunst das Carrée d’Art entworfen, das mit vielfältigen Zitaten aus der Formensprache des Tempels einen spannenden Bogen von der Antike in die Moderne spannt.

Weiter im Süden steht auf einem gewaltigen Rund die Arena, das ehemalige Amphitheater, das im 1. Jahrhundert nach dem Vorbild des Kolosseum in Rom errichtet wurde.

Daneben das von der Architektin Elizabeth de Portzamparc geplante nagelneue Musée de la Romanité, das bei unserem Besuch grade mal seit 4 Tagen eröffnet war…

Wie schon beim Carrée d’Art wurde auch eine großzügige Terrasse gestaltet, diese ist jedoch für Besucher besser zugänglich als dort. Der Ausblick lohnt auf jeden Fall, unter anderem auf ein weiteres Relikt der römischen Epoche, die sogar auf die Zeit des keltischen Oppidum zurück gehende Tour Magne:

Über die Dächer von Nîmes blickt man hinüber zur Tour Magne

Die Tour Magne selbst steht auf dem Hügel über der Stadt und war dort schon in vor-römischer Zeit zur Sicherung der gallischen Siedlung errichtet worden. Der ursprüngliche Teil des Turms ist heute noch gut zu sehen, der römische Aufbau leider überwiegend verloren.

Die Tour Magne ist immer noch imposante 32 Meter hoch, es fehlen aber ein paar Meter auf die ursprüngliche Höhe in klassischer Zeit

Der Turm steht auf der höchsten Erhebung eines weitläufigen Landschaftsgartens, den Jardins de la Fontaine, die im 18. Jahrhundert an der Stelle des früheren Heiligtums der Diana errichtet wurden. Der Ort ist auf eine Quelle zurück zu führen, die schon den Kelten heilig war. Vom Tempel der Diana ist noch die gesamte Grundstruktur inklusive einiger Gewölbe erhalten:

Daneben bietet Nîmes natürlich auch noch Flair und Geschäftigkeit einer provençalischen Stadt: eine auf besondere kulinarische Ansprüche ausgelegte Markthalle und viele Möglichkeiten, gut zu essen. Die schattigen Plätze in der Altstadt laden dazu auf jeden Fall ein, und wenn es nur auf einen Drink zwischendurch ist!

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