Von Burgen alter und neuer Art

Da war uns wieder mal nach einem Tag was anschauen… Und wenn wir schon in der Nähe sind, dann zieht es mich zu einer der Templerburgen. Im Gebiet der Krone von Aragón haben sich je ein paar von deren Burgen sehr gut erhalten, wohingegen in Frankreich alles ziemlich gründlich zerstört worden ist, nachdem der Orden auf Betreiben des französischen Königs Philipp IV bei Papst Clemens V (der gleich auch nach Avignon übersiedelt ist) in Ungnade gefallen waren.

Burg von Ulldecona

Auf dem Weg an die Küste legen wir einen Stopp in Ulldecona ein, weil’s am Weg liegt. Dort haben sie eine Burg aus der zeit der Maurenkriege. Es gibt aber natürlich keine Besichtigung, man könnte einen Termin für eine geführte Tour vereinbaren – das steht aber allem Anschein nach nicht dafür.

Dann fahren wir weiter an die Küste – das ist südlich des Ebro-Deltas die Costa dels Tarongers, die Küste der Orangenbäume. Für das Landesinnere mag das zutreffen, die Küste ist eher scheußlich zubetoniert mit einer endlosen Reihe von Hotelburgen und Feriendörfern. Man kann sich ungefähr vorstellen, was da in der Hauptsaison niedergeht!

Die Küste der Orangenbäume von der Templerburg Peñiscola aus gesehen

Dabei ist das eigentliche Dorf ja ganz nett, aber halt furchtbar überwuchert.

Peñiscola hat schon eine sehr lange Besiedelungsgeschichte, die Halbinsel ist gut zu verteidigendes Gelände und deswegen wohl schon zu iberischer Zeit um 1.000 v.u.Z. besiedelt. In der Frühzeit der Reconquista erhielt der Templerorden eine Reihe von Burgen an der Grenze zum maurischen Spanien, so auch Peñiscola. Die Templer bauten die Burg zu ihrer heutigen Gestalt aus. Während des Großen abendländischen Schismas verlegte Gegenpapst Benedikt XIII seine Residenz von Avignon nach Peñiscola. Da er aragónesicher Herkunft war, ist man natürlich hierzulande besonders stolz auf den Papa Luna genannten Kirchenoberen. Aber es lohnt sich nicht, in die Geschichte dieser Absurditäten einzutauchen.

Unterhalb der Burg gibt es den sogenannten Artilleriepark.

Im Park werden Greifvögel gehalten. Für den gelernten und geübten Mitteleuropäer mutet das seltsam barbarisch an…

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