Abrivado-Bandido – Spielchen mit den Stieren

Ausgehend von der Camargue sind neben den Pferden die Stiere ein beliebtes Objekt der dörflichen Freizeitgestaltung. Üblicherweise werden die Spiele in einer Arena abgehalten, von denen jede größere Ansiedlung – selbst heroben im Norden des Departments Gard – eine hat, mag sie nun billig aus Holz errichtet sein wie in Saint-Laurent, oder ein ehemaliges römisches Amphitheater sein wie in Nîmes

Zuerst werden die Stiere von Reitern begleitet gebracht, diese Phase wird Abrivado genannt, dabei kann eine Art Wettrennen mit den Stieren durch die Gassen erfolgen, danach werden sie zurück gebracht, was Bandido genannt wird.

Unter Abrivado-Bandido hat man sich demnach das Bringen und Zurückbringen der Stiere von und zur Weide vorzustellen, nicht mehr, und nicht weniger. In Aujargues, einem Dorf mit grade mal 850 Seelen und nicht einmal einer Arena, ist das ganze eine etwas matte Sache – jedenfalls gemessen an den Erwartungen des Mitteleuropäers. Die gesamte Dorfgemeinschaft ist aber unverdrossen auf den Beinen, man wartet etwa drei Viertel einer Stunde auf ein Schauspiel von einem. Wenn’s dann wenigstens irgendwie spannend gewesen wäre…

Im Dorfbild bleiben die Symbole zurück, die Jahr für Jahr an die Tore gesprüht werden:

Das Dumme an solchen Volksbelustigungen ist lediglich, dass sie des Nächtens in lautstarke Bedröhnung mit indiskutablem Gewummere ausarten. Ob man hier andere “Musik” spielt als bei uns bei solchen Gelegenheiten, entzieht sich allerdings der Analyse. Ich höre immer mal wieder eine französische Bumm-Bumm-Version von “Bella Ciao” – das käme so bei uns nicht vor, glaube ich jedenfalls.

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