Giradini Villa Barbarigo

Südlich von Padua, in der Nähe von Albano Therme inmitten der Colli Euganei, liegt im kleinen Ort Valsanzibio die Villa Barbarigo. Ist das Landhaus der venezianischen Patrizierfamilie ein durchschnittliches Beispiel einer ländlichen Villa, so ist die umfangreiche barocke Gartenanlage ein Juwel und eine Sehenswürdigkeit eigener Art. Sie wurde zwar im 19. Jahrhundert auf einglischen Landschaftsgarten getrimmt, nach den Zerstörungen im Weltkrieg aber zum Glück nach barocken Originalvorlagen wieder errichtet. Insbesondere durch die Instandsetzung der vielfältigen Becken, Wasserspiele und Brunnen wurde etwas ganz Besonderes geschaffen – oder eigentlich erhalten.

Von dem Anwesen erfährt man, dass es in der zweiten Hälfte des 17. Jhdt. vom Venezianer Zuane Francesco Barbarigo errichtet wurde. Bemerkenswerter aber ist sein Sohn Gregorio, der nicht nur Kardinal war sondern später auch heilig gesprochen wurde.

Die Anlage steckt voll von Mythologie und neoplatonischer Symbolik. Auf 15 Hektar verfolgt man den Weg des Menschen zur Perfektion und zur Erlösung, formuliert in der esoterischen Sprache ihrer Zeit. Gleich neben dem Eingang – und schon gut sichtbar auf dem Weg vom Parkplatz aus – öffnet das sogenannte Bagno di Diana den Garten für den Besucher. Die Logik des Parks, der hunderte Meter hügelaufwärts beginnt und bis hierher sanft abfällt, führt über mehrere Stationen, die den Weg des Menschen zur Erkenntnis darstellen, hinauf: zentral ist dabei der Irisbrunnen, dessen 4 flankierende Strahlen auf die Hauptfontäne zielen, sodass bei Sonneneinstrahlung schillernde Regenbogen produziert werden. Ein Ausdruck der bereits von naturwissenschaftlicher Erkenntnis geprägten Auffassung der Zeit.

Das Strauchlabyrinth, eines der ältesten Europas, steht für die Ungewissheit des Lebens, oder ironischerweise auch für die Jugend. Folgt man der großen Alle, erblickt man seitlich die Haseninsel, die wiederum eine vertrackte Versinnbildlichung der Zeit ist: Generationen von Hasen bringen sie zum Verschwinden. Kommt man dann ans Ende der zentralen Allee, kennzeichnen Wasserspiele die Reifephase des Lebenswegs: nur nicht anhalten, immer im Bewegung bleiben… Am Endziel dieses Wegs liegt die Fontana della Rivelazione, der Offenbarungsbrunnen.

Abgesehen von der philosophischen Tiefe der Anlage bietet sie Luft und Schatten an heißen Sommertagen, spannende Blicke, die sich oft recht spontan entlang von Längs- und Querachsen eröffnen – und nicht zuletzt 72 Bildnisse und Statuen.

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